Die Klassische Homöopathie ist mehr als nur ein Therapieverfahren. Sie ist eine Weltanschauung.

Sie erfordert ein gänzlich anderes Denken, das Erfassen von Kausalitäten und Zusammenhängen.

Eine Behandlungsmethode für alle Krankheiten

Wir sind es gewohnt, bei Knieschmerzen zum Orthopäden, bei Ekzemen zum Dermatologen, bei Depressionen zum Psychologen oder bei Hämorrhoiden zum Internisten zu gehen… So ist der Blick der einzelnen Therapeuten immer nur auf ein Organ oder Gewebe gerichtet. Aber, um mit Platons´ Worten zu sprechen: “Das ist der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten, dass es Ärzte für den Körper gibt und Ärzte für die Seele, wo beides doch nicht voneinander getrennt werden kann.“

In der Homöopathie geht es ums Ganze. Um Sie als Individuum mit Ihrem Körper, Ihrem Geist und Ihrer Seele. Es genügt nicht zu wissen, ob Sie Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen haben, ich muss wissen, seit wann er da ist und wann er auftritt, ich möchte wissen, wie es mit dem Schlaf, mit der Verdauung und mit dem Appetit steht, ich benötige Angaben zum Temperaturempfinden, zur psychischen Verfassung usw. usf. Kurz, ich muss alles wissen, was Ihren Köper, Ihren Geist und Ihre Seele angeht. Nur dann ist man als Therapeut in der Lage, wirklich zu helfen und nicht nur die Symptome zu unterdrücken, egal ob Hautkrankheit, Schulterbeschwerden oder Darmerkrankungen.

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Die Säulen der Klassischen Homöopathie-Lebenskraft, Ähnlichkeitsprinzip, Arzneimittelprüfung


Die Lebenskraft

Unser Körper wird von einer Kraft durchströmt, ohne die wir nicht lebensfähig wären. Eine Kraft, die  Leben gibt, die jede Zelle erreicht, sie untereinander in funktionale Beziehung setzt und in gegenseitiger Harmonie erhält. Diese Kraft ist immateriell.
Sie ist sozusagen unser Betriebssystem.
Hahnemann nannte diese Kraft Lebenskraft. Heute nennt man sie Bioenergie. Ist sie in Ordnung, können Einflüsse wie Grippeviren oder der Ärger mit dem Chef mühelos abgewehrt werden.
Ist sie aber nicht in Ordnung, werden schädliche Einflüsse nicht abgewehrt und es folgt eine Disharmonie im Körper und Gemüt, aus der letztendlich eine Krankheit resultiert.

Diese Lebenskraft ist der Ansatzpunkt der Klassischen Homöopathie. Sie zu stärken, sie ins Gleichgewicht zu bringen ist unser Ziel.


Das Ähnlichkeitsprinzip

Eine Arznei heilt nur Krankheiten, die sie in ähnlicher Form in einem gesunden Menschen auch erzeugen kann.

Nehmen wir an, ein Kind bekommt Fieber, dabei hat es ein schweißnasses Gesicht, eine Wange ist rot und die andere blass. Es ist sehr schläfrig und hat im Schlaf Zuckungen. Diese Symptome findet man bei der Arzneimittelprüfung der Tollkirsche-Belladonna. Eine Gabe dieser Arznei wird dem Kind helfen. So sucht der Homöopath ein Mittel, das dem Zustand der (akuten) Krankheit entspricht. Similia similibus curentur- Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt


Die Arzneimittelprüfung

Homöopathische Arzneimittel werden am Gesunden (meist von Homöopathen) geprüft. Die bei den Prüfungen aufkommenden Symptome werden in sogenannten Arzneimittellehren aufgeführt. Bei der Suche nach dem passenden Arzneimittel vergleicht der Homöopath die Symptome seines Patienten mit denen der Arzneimittellehren. Stimmen die Symptome überein, passt das Mittel.

In der Schulmedizin werden Medikamente am Kranken (Tier und Mensch) geprüft. Gar nicht wird die Wirkung der einzelnen Medikamente miteinander getestet (z.B. Ihre Herztabletten, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker, Rheumamittel gleichzeitig mit dem Abführmittel, der Schlaftablette und der Tablette gegen die Kopfschmerzen).

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Ihr Arzneimittel-nur wenige Kügelchen oder Tropfen

Das Arzneimittel,
das ich Ihnen verschreibe, ist auf den momentanen Zustand Ihrer Erkrankung abgestimmt. Also auf Gemütssymptome, Körpersymptome oder Körperzeichen, auf den Verlauf Ihrer Lebensgeschichte und Ihrer vererbten Prädispositionen. In der Klassischen Homöopathie gibt es nicht, wie so oft angenommen, IHR Heilmittel, das Sie von allen Krankheitserscheinungen befreit. Vielmehr muss ich immer wieder neu sehen, wie die Symptome sich ändern, welche Prädispositionen oder welches Miasma sich gerade bemerkbar machen. Dementsprechend muss das Mittel oder die Potenz gewechselt werden.

Potenzen

Potentia (lat.) die Kraft
Die Aufbereitung homöopathischer Arzneimittel erfolgt durch stufenweises Verdünnen und begleitendes Verreiben oder Verschütteln. Je öfter ein Stoff verschüttelt und verdünnt wird, desto geringer wird der materielle Anteil und desto höher wird der geistartige Anteil- die Schwingung. Es entfalten sich neue Kräfte, die über den materiellen Wirkungsgrad hinausgehen.

Das Verdünnungsverhältnis wird dabei mit einem Buchstaben angegeben:

C  (centissimal)
1 Teil der arzneilichen Substanz wird mit 99 Teilen
Wasser / Alkohol / Milchzucker verdünnt, also ein Verdünnungsverhältnis von 1:100


D (dezimal)
1 Teil  arzneilicher Substanz wird mit 9 Teilen Wasser / Alkohol / Milchzucker verdünnt, also ein Verdünnungsverhältnis von 1:10

LM / Q
Hier handelt es sich um ein Verdünnungsverhältnis von
1:50.000. Die Herstellung unterscheidet sich allerdings von den D und C Potenzen, weshalb sie anders gehandhabt werden.

Die Zahl hinter den Buchstaben gibt an, wie viel mal der Stoff verschüttelt oder verrieben wurde, wobei ein Arbeitsgang mindestens eine Verschüttelung von 10x erfordert. So hat ein Arzneimittel in einer C 30 ein Verdünnungsverhältnis von 1:100 und wurde 30x10 mal verschüttelt.

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Pfefferminze, Kaffee & CO
...was Sie während der homöopathischen Therapie meiden müssen

Oftmals sind die Patienten verunsichert, was man nun bei der Einnahme homöopathischer Mittel essen und trinken darf, und was lieber nicht. Der eine verbietet Kaffee, der nächste Pfefferminztee oder die so heiß geliebte Zahnpasta. Hahnemann selber fordert viele Abstinenzen von seinen Patienten, von Zitrone und Essig über Pfeffer, von Gemüsen, Kräutern, Zwiebeln über Zucker, Kochsalz und unverdünnte Getränke. Die Liste beläuft sich auf mehrere Seiten. Kurz: Ein Diätplan, der heute nicht mehr einzuhalten ist. Dazu kommen auch noch regelmäßige Bewegung an frischer Luft, nicht zu viel essen, nicht zu viel lesen („…so wie alles Lesen schlüpfriger Romane…“ Originallaut aus „Die chronischen Krankheiten“ von S. Hahnemann), keine Kartenspiele und so weiter und so fort. Heute müsste man noch zufügen: Kein Fernsehen, kein Computerspiel, nicht so viel telefonieren… und schon gar nicht mit dem Handy, keine Mikrowelle, Dauerwelle, Cremes und Puder…

Wo also anfangen und wo aufhören?

In der Regel ist es so, dass ein gut gewähltes homöopathisches Arzneimittel in der richtigen Potenz so viel energetische Kraft hat, dass materielle Substanzen ihm nichts anhaben können. Sollte ich bei Ihrem Arzneimittel Bedenken bezüglich irgendwelcher Nahrungsmittel haben, werde ich Sie ausdrücklich darauf hinweisen.

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Miasmen-Die Krankheit hinter der Krankheit

Bei der Behandlung Ihrer chronischen Krankheiten ist es immens wichtig, hinter die „Fassade“ der Krankheit zu schauen. Welche Ursache hat Ihre Krankheit? Warum reagieren Sie auf Stress mit Hauterscheinungen oder Durchfall und auf Pollenflug mit Heuschnupfen?

Ursächlich für Ihre Krankheit können vererbte oder erworbene (durch Impfung, Unterdrückung von Symptomen, Operationen,…) „chronische Grundkrankheiten“ (Miasmen) sein.

Hiervon akzeptieren wir je nach Homöopathierichtung bis zu 6 verschiedene Grundkrankheiten. Diesen  kann man alle anderen Krankheiten oder Körperzeichen zuordnen.

Benennen wir der Einfachheit halber diese Miasmen mit A- F. In der Tabelle sehen Sie einige Beispiele:

Diese Liste ließe sich endlos weiterführen.

Weitere Informationen hierüber erhalten Sie in dem Vortrag
Die Krankheit hinter den Krankheiten.

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Samuel Hahnemann (1755-1843)

1755 geboren in Meißen
In jungen Jahren spricht er schon mehrere Sprachen. Mit 12 Jahren gibt er Lateinunterricht an seinem Gymnasium in Meißen und entschließt sich, gegen den Wunsch des Vaters Medizin zu studieren.

Nach seinem Studium ist er sehr unzufrieden mit der damaligen Arztkunst, er verurteilt viele gängigen Maßnahmen als den Patienten schadend und weigert sich, auf so eine Art und Weise weiter zu arbeiten. So schließt er seine Praxis und ernährt sich, seine Frau und seine noch lebenden 9 Kinder mit Übersetzungen von chemischen, pharmakologischen und medizinischen Werken. Grundsteine seiner späteren Entdeckungen! Während einer Übersetzung des Arztes Cullen, wollte er dessen Arzneibeschreibung widerlegen und startete einen Selbstversuch mit Chinarinde.
Dabei stellte er fest, dass ein Arzneimittel genau diejenigen Symptome am Gesunden hervorrufen kann, die es bei Kranken zu heilen vermag. Er forschte an dieser Erkenntnis lange und sehr intensiv und konnte Jahre später ein komplettes Buch über den Verlauf und die Heilung von Krankheiten herausgeben („Organon der rationellen Heilkunst“).
Er hatte eine neue unschädliche Heilmethode gefunden, mit der er seinen Patienten nicht schaden, aber trotzdem von ihren Übeln befreien konnte. Welch eine Leistung, welch eine  Disziplin und welch ein umfangreiches Wissen über Naturzusammenhänge er da offenbart hat und mit welcher Liebe und Beharrlichkeit er seinen Weg weiter gegangen ist- trotz der Steine, die ihm in den Weg gelegt wurden!

Er heilte Menschen von Scharlach, von Malaria, von Geisteskrankheiten, von Warzen, Fieber oder Ausfluss. Er hatte Heilerfolge wie kein anderer. Durch Veröffentlichung seiner Lehre zog er den Unmut damaliger Mediziner auf sich und musste kämpfen gegen Neid, Unverständnis und Unwissenheit. Und er machte auch schon früh die Erfahrung, dass Mediziner die Homöopathie viel zu kompliziert und umfangreich fanden und versuchten, diese doch zu vereinfachen. Das Mittel gegen Scharlach und jenes gegen Warzen. Damals forderte er bereits intensiv, jeden Patienten individuell zu sehen und von indikationsbezogener Verschreibung abzusehen. Macht’s nach, aber macht’s genau nach!

Hahnemann starb 88 jährig 1843 in Paris, wohin er nach dem Tod seiner ersten Frau und Heirat mit seiner zweiten Frau Melanie d’Hervilly gezogen war.

Heute stehen wir immer noch vor den gleichen Vorurteilen der Klassischen Homöopathie gegenüber wie Hahnemann vor etwa 200 Jahren.

Mögen viele Menschen diese Lehre für sich entdecken und lieben lernen und die Möglichkeit einer sanften und tief greifenden Behandlung erfahren.

Vielen Dank Dr. med. Christian Friedrich Samuel Hahnemann!

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